Montag, 15. September 2014

Tag 108: Zieleinlauf

Mit einem Thermofrühstück starte ich in Peillon kurz nach 5:00 in den Tag. Nun ja, über das Preis-Leistungs-Verhältnis in diesem Etablisment hüllen wir mal den Mantel des Schweigens - aber wenigstens das WLAN hat mal stabil funktioniert. Zumindest bis 21:59. DESWEGEN werde ich Italien und Frankreich jedenfalls nicht vermissen und werde noch "Hausaufgabe" von gut 20 zu schreibenden Blogartikeln mit nach Hause nehmen - bin damit auch anstandslos durch die Security am Flughafen von Nizza gekommen ;-)

Aber von Anfang an: Lange vor Sonnenaufgang gehe ich um kurz vor 6:00 auf die letzte kurze Etappe meiner langen Reise entlang des gesamten Alpenbogens. Im schein der Stirnlampe geht es aus Peillon heraus und einen schmalen Pfad gen Südwest am Hang entlang und ordentlich nach oben.
Obwohl es noch angenehme Temperaturen hat, komme ich bei den gut 400 Aufstiegsmetern für heute nochmal ordentlich ins schwitzen.

Der Sonnenaufgang ist auf Grund der starken Bewölkung unspektakulär, da nicht dediziert wahrnehmbar, aber ab kurz nach 7:00 hat die Stirnlampe ausgedient.

Zwischenzeitlich geht es über kleine Sträßchen und Verbindungswege hinter Grundstücken wenig einladend bis zum Sattel bei Turbie. Auf dem Weg in den Ort mit seinem alten Ortskern und starkem Bezug zu den Römern überquert man ungesehen die Autobahn zwischen Frankreich und Italien, die östlich aus dem Berg mündet.

Im alten Ort drehe ich eine Ehrenrunde, aber an das einmalige Augustus-Siegesdenkmal Tropaeum Alpium zur Erinnerung der Unterwerfung von 46 Alpenstämmen ist heute Morgen kurz nach 8:00 nicht heranzukommen.

Monaco ist von hier oben gut zu überblicken. Schön ist etwas anderes.


Etwas beschwerlich, sehr steinig und stachelig führt die Rote Via Alpina bzw. der GR51b nun bergab bis in das Herzogtum Monaco, einem der kleinsten Alpenanrainer.

Am exotischen Garten endet dann meine Reise symbolisch mit dem Eintrag ins Via-Alpina-Besucherbuch. Die sehr nette Dame an der Kasse spricht mich ob meines großen Rucksacks (oder meines Wanderbarts ? ;-) sofort darauf an, bringt Stuhl zu einem Extratisch auf der Terasse, wo ich mich in aller Ruhe im Buch verewigen soll.
Danach möchte ich mir noch im Schnelldurchgang den am Steilhang liegenden Garten mit Kakteen und Fettpflanzen aus aller Herren Länder ansehen. Erst wundere ich mich, warum ich so viel Wechselgeld zurück bekomme, aber augenscheinlich zahlen Fernwanderer nur Kinder- bzw. Studententarif. Wirklich sehr nett !


Nach meiner Stippvisite beschreibt mir die Dame noch den Weg zum Bahnhof bzw. eigentlich zu einem der Eingänge: Der Bahnhof ist unterirdisch und win Fahrstuhl bringt mich ca. 10 Stockwerke nach unten.


Mit dem Regionalzug geht es an der Küste entlang nach Nizza und vom "Flughafen-Bahnhof" in einer längeren Wanderung (und ich habe die Wanderstöcke schon zerlegt und weggepackt) zum Terminal.



Hier sitz' ich nun, ich armer Thor ...

Naja, via Düsseldorf soll es demnächst wieder gen Heimat gehen, dann verbleiben noch drei Wochen Urlaub für das eine oder andere Fazit, die noch fehlenden Geschichten und Geschichtchen (the BIG Green Lizard, Kühe sind manchmal Rindviecher 2.0, ...).

Stay tuned ! :-)


Von einem, der zu einem Sommerspaziergang auszog und nun nach mehr als 2.000 km und 100.000 Aufstiegsmetern (Pepi, was sagt Dein Tacho ?) zu Fuß zurückkehren wird. Und sicher etwas verändert im Vergleich zur Abfahrt nach Graz. Wie das mit den Fernwanderern halt so ist ...